


Das Bildungswochenende 2026 bringt junge linke Menschen aus dem Saarland und darüber hinaus zusammen, um gemeinsam zu diskutieren, zu lernen und Politik praktisch erfahrbar zu machen. Euch erwarten spannende Workshops, Vorträge und Diskussionen. Neben politischer Bildung bleibt natürlich auch genug Zeit für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Abende. Egal ob schon lange aktiv oder ganz neu dabei – beim BiWo26 seid ihr willkommen!
Datum & Ort
Das BiWo26 findet vom 28. August bis 30. August 2026 im Chalet Gîte le Schafbach in Petite-Rosselle, Frankreich statt. Los geht’s am Freitag ab 18:30 Uhr, das Wochenende endet am Sonntag gegen 14:30 Uhr.
Programm
Unser Bildungswochenende ist in drei Bereiche gegliedert: Im Feierabend stehen gemeinsame Zeit und entspannte Abendformate im Vordergrund. Die Horizonte öffnen einmalig den Blick über das Programm hinaus und setzen einen besonderen inhaltlichen Schwerpunkt außerhalb der Werkstätten. In der Werkstatt arbeiten wir gemeinsam an politischen Themen, diskutieren und setzen uns vertiefend mit Inhalten auseinander.
Freitag, 28. August 2026
18:30 Uhr
Ankommen & gemeinsames Abendessen
20:30 Uhr
Feierabend: Wird noch bekannt gegeben
Workshopbeschreibung wird noch bekannt gegeben
Samstag, 29. August 2026
9:30 Uhr
Gemeinsames Frühstück mit frischem Baguette
10:30 Uhr
Werkstatt-Phase 1:
Plan statt Konkurrenz – mit der Planwirtschaft ins gute Leben
Die Linksjugend hat vor einigen Jahren einen Beschluss zur Planwirtschaft gefasst. Warum wollen wir sie eigentlich, was macht sie notwendig? Und was genau macht eine Planwirtschaft aus? In diesem Workshop ergründen wir diese Fragen und schauen uns verschiedene Gedanken & Modelle dazu an, von Marx über die Sowjetunion bis zur Arbeitszeitrechnung. Wie kommen wir mit der Planwirtschaft vom Reich der Notwendigkeiten ins Reich der Freiheit?
Was heißt es, Marx heute neu zu lesen?
Die Neue Marx-Lektüre entstand seit den 1960er Jahren als kritische Abkehr von verkürzten und dogmatischen Marx-Deutungen. Statt Marx für politische Programme zurechtzulegen, rückt sie die genaue Rekonstruktion seiner theoretischen Argumentation in den Mittelpunkt: Was steht bei Marx tatsächlich. Und welche Begriffe und Zusammenhänge werden erst sichtbar, wenn man sich von überlieferten Lesarten löst? Im Zentrum der Theorie-Werkstatt steht daher die gemeinsame Auseinandersetzung mit Marx’ Kritik der politischen Ökonomie.
Zugleich geht es um die politischen Konsequenzen dieser Perspektive: Wie verhalten sich Staat, Recht und politische Freiheit zu kapitalistischer Herrschaft und Ausbeutung? Und schließlich: Wer oder was kann Träger gesellschaftlicher Emanzipation sein?
Wir wollen Marx nicht bloß auf aktuelle Fragen anwenden, sondern versuchen, seine Theorie in ihrer eigenen Logik zu verstehen. Und von dort aus diskutieren, was sie uns für die Analyse des heutigen Kapitalismus zu sagen hat.
12:30 Uhr
Gemeinsames Mittagessen
13:30 Uhr
Werkstatt-Phase 2:
Antiautoritarismus
Workshopbeschreibung wird noch bekannt gegeben
Abspaltung von Antisemitismus aus der Erinnerungsarbeit und der Anspruch emanzipatorischer Bildung
In der öffentlichen Aufarbeitung der NS-Zeit zeigt sich häufig ein Widerspruch: Nationalsozialismus und Antisemitismus werden als abstrakte historische Phänomene benannt, ohne sich um eine kritische Annäherung an die Begriffe zu bemühen. Stattdessen werden konkrete Orte, Biografien und Institutionen dargestellt, jedoch oft ohne beide Ebenen miteinander zu verbinden.
Selbst wenn gesellschaftliche Mitverantwortung, institutionelle Verflechtungen und gegenwärtige Kontinuitäten mit einbezogen werden, endet die Auseinandersetzung damit eher in Betroffenheit und Ratlosigkeit statt dem Versuch, sie zu begreifen.
Bildung im Sinne der Aufklärung bedeutet die Selbstbefreiung des Menschen, das Ablegen der Angst und die Möglichkeit, über das Gegebene hinaus zu denken. Es stellt sich grundsätzlich die Frage, ob und wie dieser emanzipatorische Anspruch realisiert werden kann, wenn Wissenschaft als Produktivkraft und Bildung als Ware gefasst werden und dementsprechend verwertbar sein müssen. Eine destruktive Bildung, die die Abschaffung des Gegenstands, den sie kritisiert, zum Ziel hat, steht diesem Verwertungsanspruch entgegen.
Damit ließe sich auch diskutieren, welche Form historisch-politische Bildung haben könnte, um nicht nur Begriffe zu fassen, sondern auch das zu berühren, was sie zu beschreiben versuchen.
15:30 Uhr
Gemeinsame Kaffepause
16:30 Uhr
Horizonte: Führung durch die Völklinger Hütte
Gemeinsam besuchen wir die Völklinger Hütte und nehmen an einer Führung durch das UNESCO-Weltkulturerbe teil. Dabei erfahren wir mehr über die Geschichte der Industrialisierung im Saarland, die Arbeitsbedingungen in der Stahlproduktion und die Bedeutung des Ortes für die Geschichte der Arbeiter:innenbewegung.
19:30 Uhr
Gemeinsames Abendessen
20:30 Uhr
Feierabend: Kurzfilm-Abend zum Thema Arbeit
Arbeit begegnet uns überall, im Büro, in der Fabrik, im Haushalt und sogar in unseren Träumen und Albträumen. Gemeinsam schauen wir Kurzfilme, die das Thema Arbeit aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchten: mal lustig, mal spannend, mal gruselig. Nach jedem Film sprechen wir in lockerer Runde über unsere Eindrücke, die Geschichten und die Fragen, die die Filme aufwerfen.
Sonntag, 30. August 2026
10:00 Uhr
Gemeinsames Frühstück mit frischem Baguette
11:00 Uhr
Werkstatt-Phase 3:
Stickerschmiede
Sticker sind aus politischen Bewegungen kaum wegzudenken – sie machen Botschaften sichtbar, sorgen für Aufmerksamkeit und bringen Ideen auf die Straße. Im Workshop schauen wir uns zunächst gemeinsam eine Vielzahl unterschiedlicher Sticker an und überlegen, was sie ausmacht: Welche Designs bleiben im Kopf? Welche Botschaften funktionieren? Und wie verbindet man Aussage und Gestaltung?
Anschließend werdet ihr selbst kreativ und entwickelt eigene Sticker-Ideen – egal ob mit politischen Botschaften, humorvollen Sprüchen oder kreativen Motiven. Zum Abschluss wählen wir gemeinsam einen Entwurf aus, der professionell produziert wird. So entsteht ein Sticker, den ihr nicht nur mit nach Hause nehmen, sondern bald auch im Alltag entdecken könnt.
12:30 Uhr
Gemeinsames Mittagessen
13:30 Uhr
Gemeinsames Aufräumen
14:30 Uhr
Abreise
Ein Rückblick: BiWo25
Unser Bildungswochenende 2025 führte uns erneut gemeinsam nach Frankreich. Drei Tage voller intensiver Diskussionen, guter Gespräche und gemeinsamer Erlebnisse. In den Werkstätten haben wir uns mit Antiamerikanismus, Antisemitismus und einer Einführung in die Negative Dialektik beschäftigt.
Ein besonderes Highlight im Programm Horizonte war der Besuch des Erlebnisbergwerks Velsen, bei dem wir Geschichte und Gegenwart der Region vor Ort erleben konnten. Neben der inhaltlichen Arbeit blieb viel Raum für Gemeinschaft, Austausch und eine starke gemeinsame Zeit.
