Bildungswochenende am 29. November 2020

Hallo Freundinnen und Freunde!

Pandemiebedingt sieht unser Bildungswochenende dieses Jahr etwas anders aus als geplant. Wir machen uns einen schönen Tag mit spannenden Vorträgen und der Möglichkeit zur Interaktion – und zwar online. Das heißt, ihr genießt Quality-Content bequem von Zuhause aus!

Wenn ihr teilnehmen wollt, schreibt einfach eine kurze Mail mit eurem Namen und dem Betreff ‚Bildungswochenende 2020‘ an lisa.schneider@linksjugend-saar.de! Den Teilnahme-Link findet ihr dann hier auf der Website und – falls ihr Mitglieder seid – auch in euren E-Mail-Postfächern.

Diese Vorträge erwarten euch:

Zeitplan:

12:00–13:30 Uhr
Max Hewer
Saarländische Freiwillige im Spanischen Bürgerkrieg (1936 – 1939) und das Lager Gurs

14:00–15:30 Uhr
Lisa Juliane Schneider
Feminismus – zwischen Popkultur und Politik

16:00–17:30 Uhr
Dennis Lander
Überwachungskapitalismus

Im Anschluss: Quiz!


Max Hewer:
Saarländische Freiwillige im Spanischen Bürgerkrieg (1936 – 1939) und das Lager Gurs

Was hat das Lager Gurs mit dem Saarland und dem Spanischen Bürgerkrieg zu tun?

2020 ist das Gedenkjahr zur „Erinnerung an die Deportation der badischen, pfälzischen und saarländischen Juden nach Gurs“. 80 Jahre ist es nun her, dass Juden aus den genannten Gebieten in das Lager am Rande der französischen Pyrenäen verbracht wurden. Die meisten von ihnen wurden später in die Vernichtungslager deportiert und in den Gaskammern ermordet.

Weniger bekannt ist, dass das Lager Gurs zunächst ein Lager für Flüchtlinge aus dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) war. Außerdem wurden dort Kämpfer der Spanischen Republik interniert, auch die Internationalen Brigaden – Freiwillige aus über 70 Nationen – die gegen den rechten Putsch des Francisco Franco gekämpft hatten. Unter diesen internationalen Spanienkämpfern befanden sich auch 243 Saarländerinnen und Saarländer. Ein Kapitel saarländischer Geschichte, dass Max Hewer in seinem Buch „Von der Saar zum Ebro. Saarländer als Freiwillige im Spanischen Bürgerkrieg 1936 – 1939“ ausführlich darstellt. Hewer wird am 29.11.2020 den Zusammenhang von saarländischen Interbrigadisten und dem Lager Gurs darstellen, das als Wendepunkt der zuvor gelebten Einheitsfront aus Sozialdemokraten und Kommunisten im Abstimmungskampf an der Saar und im Krieg in Spanien galt.

Lisa Juliane Schneider:
Feminismus – zwischen Popkultur und Politik

Prokrastinieren mit feministischen Memes auf Insta. Stundenlang über die Verschränkungen verschiedener Diskriminierungsformen diskutieren. Sich stolz in das neue Second Hand Shirt mit empowerment-Motiv werfen und die Message auf die Straße tragen. Bücher und Studien wälzen, Theorie und Fakten lernen, emanzipatorische Anliegen miteinander verbinden. Für’s nächste DJ-Set mal nur Musik nicht-männlicher Interpret_innen in die Plattenkiste packen. Entscheiden, was ins Awarenesskonzept gehört und wie es formuliert sein muss.

In diesem Workshop bewegen wir uns im Spannungsfeld von Popkultur und Politik im Feminismus: zwischen Buzzwords und Bibliothek, Freude und Frust, Beyoncé und Beauvoir. Nach dem Abstecken dieses Spannungsfelds gehen wir in den Schlagabtausch mit alltäglichen Ansichten, zu denen wir als Feminist_innen in verschiedenen Kontexten immer wieder Stellung beziehen müssen.

Dennis Lander:
Überwachungskapitalismus

Nach den Wahlen in den USA zeigt sich erneut, wie tief die US-amerikanische Bevölkerung gespalten ist. Auch in Deutschland schreitet die gesellschaftliche Spaltung voran.

Gibt es in den Krisen unserer Zeit eine Art neuen Brandbeschleuniger, oder ist der jetzige Zustand nur die logische Folge des seit Jahren vorherrschenden Neoliberalismus? Darauf bietet dir unser Workshop interessante Einblicke und er hilft dir zu verstehen, warum das Sein das Bewusstsein formt.

Wir wagen eine Analyse und schauen uns im historischen Rückblick den Kapitalismus an – von der Analyse Marxens bis zur modernen Version Shoshana Zuboffs, den Überwachungskapitalismus, welcher einen Blick hinter die Kulissen von Facebook & Google ermöglicht.

Unbestritten beanspruchen jene Technologiefirmen die Vorherrschaft in der ökonomischen Welt und damit auch in unserer Gesellschaft. Doch wie erzielen sie Gewinne? Was ist die innere Struktur dieser neuen ökonomischen Macht? Und welche Konsequenzen hat das für unsere Gesellschaft?