In einem säkularen Staat dürfen religiöse Bräuche keine Grundlage für Gesetze bilden. Der Staat muss eine weltanschauliche Neutralität gewährleisten, so wie es das Grundgesetz vorsieht: Niemand darf wegen seiner Weltanschauung bevorzugt oder benachteiligt werden. Zudem lässt sich Respekt gegenüber Religionen nicht durch Verbote erzwingen. Eine Abschaffung des Tanzverbotes schränkt außerdem die Glaubensfreiheit von Christen nicht ein, da es jedem Menschen frei steht, sich einer Veranstaltung, bei der getanzt wird, zu nähern oder nicht.

Buchpräsentation & Diskussion mit dem Herausgeber Stephan Grigat
Eine zentrale These des Bandes lautet, dass eine global orientierte Kritik der postnazistischen Konstellation konstatieren muss, dass sich das Zentrum der /offenen/antisemitischen Agitation nach 1945 von Europa in den arabisch-islamischen Raum verschoben hat. Nachdem die Deutschen und ihre Hilfsvölker nicht nur bewiesen hatten, dass man einen wahnhaft-projektiven Antikapitalismus bis zum industriell betriebenen Massenmord steigern kann, sondern auch, dass man dafür selbst nach der totalen militärischen Niederlage keine ernsthaften Konsequenzen zu befürchten hat, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, was für eine ungemeine Attraktivität eine derartig pathologische, sowohl mörderische als auch selbstmörderische Krisenlösungsstrategie für antisemitische Massenbewegungen und Banden in anderen Weltregionen haben musste.
Stephan Grigat hat an der FU Berlin promoviert, war Forschungsstipendiat in Tel Aviv und ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien.
VeranstalterInnen:
Linksjugend Saar, Antifa Saar / Projekt AK, CriThink e.V., Heinrich Böll Stiftung
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