Zum Europatag am 9. Mai 2018: „Europa? Ja, aber…“

Heute, am 9. Mai 2018, waren wir bei der Europatags-Demo der Jungen Europäischen Förderalisten auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken. Zusammen mit anderen politischen Jugendorganisationen wurde über die Europäische Union und den europäischen Gedanken gesprochen. Wir haben die Möglichkeit genutzt um klarzustellen, dass uns diese jetzige EU zuwider ist. Sei es Sozial- und Steuerdumping, Militarisierung, Austeritätspolitik oder die tödliche Grenzpolitik. Allerdings bleibt die europäische Integration auch für uns ein Gegenmodell zum Rückfall in den Nationalismus. Für die saarländische Linksjugend sprach Dennis Weber vom Landessprecher*innenrat.

Eine kurze Übersicht zu unseren konkreten Vorstellungen für ein modernes Europa findet ihr auf unserer Themenseite „Europa? Ja, aber…„.

Solidarisch mit Rojava – Rede zu Newroz 2018

An der diesjährigen, von den Ereignissen in Afrin überschatteten Newroz-Demo in Saarbrücken am 20. März haben wir uns mit einem Redebeitrag unseres Genossen F. beteiligt. Hier die Rede im Wortlaut.

Liebe Genoss*innen und alle anderen, die sich mit Afrin solidarisch zeigen,

an den Newroz-Feierlichkeiten in diesem Jahr ist wenig an Feiern zu denken. Mit Wut und Trauer müssen wir mit ansehen, wie in den letzten Tagen nach wochenlangen Kämpfen die türkische Armee zusammen mit ihren faschistisch-islamistischen Söldnertruppen in Afrin-Stadt einmarschiert sind und schreckliche Verbrechen an den Kämpfer*innen der YPG und YPJ und an der Zivilbevölkerung begehen, die ganze Region in eine grausame Barbarei stürzen.

Erdoğan und die deutschen Medien verkünden lakonisch den Sieg über Afrin. Doch der Kampf wird und muss weitergeführt werden. Sonst drohen weitere ethnische Säuberungen in den besetzten Gebieten, ein türkisch-nationalistischer Taumel, welcher zur weiteren inneren Stärkung des AKP-Regimes führen wird und außerdem zu einer weiteren Nährquelle des weltweiten Islamismus. Ein weiteres Vorrücken der türkischen Truppen wird auch das blutige Ende des gesellschaftlichen Aufbruchs in Rojava bedeuten, welcher – nach sozial-ökologischen, feministischen und radikaldemokratischen Prinzipien – eine Parteinahme jenseits von Vernichtung, jenseits von religiöser und ethnischer Konflikte und für eine befreite Gesellschaft ermöglichte.

Die imperialistischen Zentren von Europa, Nordamerika und Russland halten an ihrem grausamen Beschluss fest, Afrin fallen zu lassen. Allen voran trägt auch die deutsche Bundesregierung diesen Vernichtungskrieg mit – und liefert weiter fröhlich Rüstungsgüter an die Türkei und hält am unmenschlichen Flüchtlingsdeal fest; unterstützt auch von der SPD, welche ihrer Tradition als Kriegspartei und Verräterin von Internationalismus seit 104 Jahren treu bleibt. Die Revolution in Rojava wird gerade zwischen den Interessen des deutschen und türkischen Kapitals zerrieben. Wo Profite winken, zählen eben keine Menschenleben mehr.

Der deutsche Staat zeigt sich auch im Innern als williger Erfüllungsgehilfe türkischer Politik: Kurdische Aktivist*innen sehen sich einer immer härteren Repression ausgesetzt. Demonstrationen werden zu verbieten versucht, angegriffen und aufgelöst. Diese Angriffe in Afrin und hier sind auch gegen uns und alle linken Kräfte gerichtet. Dem müssen wir uns gemeinsam und solidarisch entgegenstellen. Den Angriff auf Afrin gemeinsam zurückschlagen! Schluss mit den dreckigen Deals mit dem AKP-Regime! Gegen die Repression gegen kurdische Strukturen! Dem deutschen Staat und dem deutschen Rüstungskapital in den Rücken fallen!

Hoch die internationale Solidarität!

„Bündnis Saar“-Nazis erfolgreich blockiert

Die saarländische NPD-Vorfeldorganisation „Bündnis Saar“ rund um Jacky Süßdorf rief gestern zu einer Demonstration an der Europagalerie auf. Von dort aus sollte es durch die Bahnhofstraße zum Rathaus und wieder zurück gehen. Doch gelang es mehreren antifaschistischen Gruppen sowie einer beachtlichen Menge von unorganisierten Gegendemonstrant*innen, den Demonstrationszug der Nazis durch die Bahnhofstraße frühzeitig festzusetzen.

Bereits die Startkundgebung wurde durch mindestens 150 Gegendemonstrant*innen lautstark gestört und von weiteren rund 150 Passant*innen, die sich spontan dem Protest angeschlossen hatten, weiträumig abgeschirmt.

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